Als Ärztinnen und Ärzte können wir nicht dazu schweigen, dass im neuen sog. „Eltern-Kind-Pass“ bzgl. der Geschlechtszuordnung des Neugeborenen nun 6 Optionen (männlich, weiblich, divers, inter, offen, keine Angabe) angeboten werden sollen:

So wie bei allen anderen medizinischen Fragestellungen, ist es auch hier essentiell, die naturwissenschaftlichen Fakten präzise zu berücksichtigen: In den allermeisten Fällen ist angesichts der klinischen Untersuchung des Neugeborenen eine klare biologische Zuordnung zum Geschlecht „weiblich“ oder „männlich“ eindeutig möglich. Sehr selten besteht eine Unklarheit im Sinne eines Intersex-Genitalbefundes, sodass eine weitere Diagnostik erforderlich ist (z.B. Sonographie, Chromosomendiagnostik, endokrinologische Abklärung). In diesen Fällen kann die Zuordnung bis zum Vorliegen der Befunde noch nicht erfolgen.

Die Geschlechtszuordnung „divers“ wird für Menschen verwendet, die sich (selbst!) weder eindeutig als weibliche noch eindeutig männliche Person identifizieren und die binäre Geschlechterordnung für sich nicht zutreffend erachten. Das setzt also eine bewusste Selbstreflexion voraus – selbstredend, dass dies beim Neugeborenen definitiv unmöglich ist. Offensichtlich gibt es hier gender-ideologische Gründe, sich in diesem Punkt über wissenschaftliche Tatsachen hinwegsetzen und eine präzise postnatale Geschlechtszuordnung generell relativieren zu wollen.

Wir geben zu bedenken: Kinder politisch und ideologisch zu instrumentalisieren ist eine Form von Missbrauch.

Hiermit fordern wir die politisch Zuständigen auf, dafür zu sorgen, dass nur medizinisch-wissenschaftlich fundierte Fakten im Mutter-Kind-Pass und seinem Nachfolge-Pass angeführt werden.

Dr. Florian Baumgartner

für das

Salzburger Ärzteforum für das Leben