3. Salzburger Bioethik-Dialoge 2022


Das gewählte Thema umfasst ein weites Feld komplexer bioethischer Fragen über die gesamte menschliche Lebensspanne hinweg:

  • Im Zusammenhang mit der Reproduktionsmedizin treffen Patienten-Wünsche auf modernste reproduktionsmedizinische Optionen: Darf die Medizin alle vorhandenen Möglichkeiten (PND, PID, Eizell- und Samenspende, Leihmutterschaft, genetische Eingriffe an Embryonen … ) anbieten und auch voll ausschöpfen, um dem nachvollziehbaren Wunsch kinderloser Paare nach einem gesunden eigenen Kind gerecht zu werden? Welche Grenzen sind hier gesetzt? Gibt es ein Recht auf ein (gesundes) Kind?
  • In der Lebensmitte begegnen Ärztinnen und Ärzte zunehmend dem Phänomen von Patientenwünschen nach Optimierung jenseits klassischer medizinscher Indikation: Hinter dem Begriff Enhancement verbirgt sich das Bestreben, durch Einsatz pharmakologischer, chirurgischer, gentechnologischer oder biotechnischer Methoden eine Verbesserung, Leistungssteigerung oder Verschönerung bei Gesunden zu bewirken. Werden dabei Ärzte zu reinen Dienstleistern? Welche konkreten medizinischen Auswirkungen ziehen die Ideen des Transhumanismus nach sich: Können und dürfen die Grenzen menschlicher Möglichkeiten, sei es intellektuell, physisch oder psychisch, durch den Einsatz technologischer Verfahren verschoben werden? Bis zu welcher Grenze – um welchen Preis? Alles nur Illusion oder doch bald Realität?
  • Die vermeintlich selbstbestimmte Gestaltung des eigenen Todes rückte zuletzt in Europa mehr und mehr in den Fokus öffentlicher Diskussion aber auch der Rechtsprechung: Eine Reihe von Gesetzesänderungen wurde in den letzten Jahren in verschiedensten europäischen Ländern hinsichtlich assistierten Suizides, Tötung auf Verlangen und aktiver Sterbehilfe getroffen – auch in Österreich. Welche Folgen ergeben sich daraus? Hat die Medizin am Lebensende dem Wunsch des Patienten unter allen Umständen Folge zu leisten? Steigert die zunehmende demographische Schieflage auch Patientenwünsche nach assistiertem Suizid den gesellschaftlichen Druck, diesen in Anspruch zu nehmen? Muss sich die Medizin vom hippokratischen Ansatz verabschieden oder ihn neu erfinden?

Programm: das detaillierte Programm wird noch bekannt gegeben

Veranstalter: Salzburger Ärzteforum für das Leben www.salzburgeraerzteforum.com

Kooperation mit: 

  • Ärztekammer Salzburg
  • Paracelsus Medizinische Privatuniversität (PMU) Salzburg
  • Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ)

Veranstaltungsort: Große Aula der Universität Salzburg (Altstadt / Festspielbezirk)

Veranstaltungsprinizip: Live und Livestream

Zielgruppe: Diese Veranstaltungsreihe wendet sich nicht nur an die Ärzteschaft, sondern ebenso an Berufstätige und  Auszubildende aus Medizin und Pflege, Psychologie, Psychotherapie, Lebens- und Sozialberatung,  Sozialarbeit, Seelsorge, Kultur und Politik, sowie aus benachbarten Disziplinen.

Anmeldung: ab 1. Juli 2022 möglich unter www.bioethik-dialoge.at 


Rückblick:

1. Salzburger Bioethik-Dialoge 2020

2. Salzburger Bioethik-Dialoge 2021